WhatsApp: Übernahme durch Facebook

Es ist  vollbracht, Facebook hat WhatsApp gekauft, doch was ändert sich jetzt für mich?

Obwohl Facebook und WhatsApp einem glaubhaft machen wollen, dass sich für die User nichts ändert, wird dies, bei einer Investition von knapp 19 Mrd US$ durch Facebook, also einer Mindest-Akquirierung von über US$40 pro WhatsApp Kunden, wohl kaum der Fall sein, zumindest nicht langfristig. Facebook wird WhatsApp über kurz oder lang ins Facebook Universum (Instagram, Gowalla, Karma, Branch Media, Jibbigo, Little Eye Labs, viele weitere und jetzt noch WhatsApp) integrieren und die gesammelten Daten zusammenfassen.

Auch sog. „Fake Accounts“, also Accounts unter falschem Namen könnten so aufgedeckt werden. Menschen, die um Facebook bisher einen großen Bogen gemacht haben, sind plötzlich dann doch im Netz von Facebook gelandet. Wenn ich etwas unternehmen wollte, was könnte ich dagegen tun?

Die schon vorhandenen Daten kann man leider nicht mehr zurück ziehen, doch man kann auf andere Messenger-Dienste ausweichen, welche es gibt, erfahrt ihr hier.

Als erstes gibt es natürlich den vor knapp zweieinhalb Jahren von Microsoft aufgekauften Dienst Skype. Skype bietet alles was WhatsApp geboten hat, wie (Gruppen-)Chats, teilen, Emoticons. Aber man kann auch untereinander telefonieren, inkl.Video-Funktion. Auch ist es möglich, sich eine Festnetznummer mit dem Account verknüpfen zu lassen, um darauf angerufen zu werden, was im Ausland sehr praktisch ist, da der Anrufende nur wenig bis gar nichts bezahlen muss, sollte er eine Flat haben. Auch andersherum ist es möglich, was teure Telefonate aus Hotels heraus überflüssig macht, nur ein Internet-Anschluss ist erforderlich, da die Anrufe übers Netz zugestellt werden.

Als weiteres ist natürlich auch Hangout von Google zu erwähnen, auch dort gibt es keine Einschränkungen gegenüber WhatsApp. Dazu ist es plattformübergreifend, da auch über eine Web-Oberfläche gechattet werden kann und als Android-User kann man ganz einfach loslegen, da die App in der Regel schon vorinstalliert ist und automatisch mit dem Google-Account verknüpft wird. Auch (Video-)Telefonie zu anderen Hangout-Nutzern ist möglich

Auch Dienste wie ChatOn von Samsung, oder KakaoTalk und Line sind erwähnenswert, welche allesamt aus Süd-Korea stammen und bereits eine große Anzahl von Nutzern haben. Andere große Anbieter wie Hike, Kik, Viber und WeChat haben viele Features, dazu sogar Alleinstellungsmerkmale wie eine Timeline und einer „Flaschenpost“ (WeChat) oder einer „Walkie Talkie“-Funktion (Hike).

Viele der oben genannten Messenger sind in der Vergangenheit aber auch durch das sammeln von Daten oder DatenLecks aufgefallen, seien es Skype, Hangout als auch Viber, um nur einige zu nennen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich mal Messenger wie Threema, MySMS, MyEnigma, oder Chiffry* ansehen, welche allesamt aus der EU und der Schweiz stammen und verschlüsselte Kommunikation bieten, die teilweise selbst der Anbieter nicht mitlesen kann. Auch Messenger wie BBM 2.0 von Blackberry (USA) oder der Telegram Messenger (Russland) sind einen Blick wert.

Als recht sichere Alternative gelten auch Clients, welche Jabber zusammen mit OTR unterstützen. WhatsApp zum Beispiel basiert auf diesem Protokoll, aber auch GoogleTalk damals. Die Einrichtung hat jedoch auch den Ruf, recht kompliziert zu sein. Das besondere an Jabber ist, dass es eine dezentrale Serverstruktur aufweisen kann und im Prinzip jeder einen solchen Server aufsetzen könnte. Die passende Software als auch die meisten Clients sind Open Source, der Source Code ist also offen einsehbar. Es gibt auch viele freie Server im Internet, u.a. vom CCC, wo man sich registrieren kann. Nur auf ein Paar Komfort-Features muss man dann vielleicht verzichten, dafür gilt Jabber aber als sehr sicher. Bekannte Clients sind zum Beispiel Pidgin und Psi auf dem PC und Yaxim und Xabber unter Android als auch imo und IM+ unter iOS.

Eines muss man bei der Angelegenheit aber klar stellen, 100% Sicherheit , wenn man einen kommerziellen Dienst nutzt, gibt es einfach nicht. Es hilft nur, sich zu informieren und vielleicht auch, sich zumindest mal mit den wichtigsten Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis zusammen zusetzen, um einen gemeinsamen Nenner, sprich Messenger, zu finden. Auch eine Schulklasse wäre ein geeigneter Ort dafür.

Wir haben uns die Mühe gemacht, eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Features zusammenzustellen, dazu noch die Links zu den jeweiligen Anbietern.

 

Tabelle #1 v2 Tabelle #2 v2

 zum weiterlesen:

http://t3n.de/news/facebook-angeblich-whatsapp-430181/

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/interview-mit-ccc-zu-whatsapp-verkauf-es-kann-sich-keiner-beschweren/9514728.html