Projekttage „Medienwelten“

Gemeinsam mit dem Schul- und Leistungssportzentrum Berlin führten wir am 26./27.2. 2014 Projektage zum Thema „Mein Handy und ich“ sowie Onlinespiele und Cybermobbing durch. Folgend ein Überblick zum konkreten Projektablauf. Wenn Interesse besteht solch ein Projekt auch an Ihrer/Eurer Schule durchzuführen, dann kann man sich direkt an uns wenden.

Dass die Lebenswelten unserer Kinder von neuen Medien und ihren Inhalten geprägt
sind, ist kein Geheimnis mehr. Inwieweit beeinflusst das Aufwachsen in einer
digitalen Kultur etwa die Persönlichkeitsentwicklung oder verändert sich das soziale
Miteinander unserer Kinder? Ein soziales Netzwerk wie „Facebook“ oder
Kommunikationstools wie „Whats App“, „Instagramm“ oder „SnapChat“ bieten eine
unglaubliche Vielfalt an multimedialen Unterhaltungs-, Kommunikations- und
Informationsangeboten, die in den Alltag der Kinder einfließen. Neben vielen
Potentialen gibt es immer auch Risiken, wie den Umgang mit persönlichen Daten im
Netz, die Konfrontation mit jugendgefährdenden Inhalten (Pornografie, Extremismus,
Gewalt), Cyber-Mobbing oder die exzessive Nutzung von Spielangeboten via
Smartphone, Tablet oder PC.
In den Projekttagen sollen die Kinder und/oder Jugendlichen über Chancen und
Risiken beim täglichen Medienkonsum aufgeklärt werden.

Schwerpunkte setzen wir wie folgt:
1. Tag: Mein Handy und ich
2. Tag: Onlinespiele und cybermobbing
Im Mittelpunkt steht zunächst der eigene Blick von Kindern und jüngeren
Jugendlichen auf die Bedeutung des Handys und Smartphones. Welche Rolle spielt
das Gerät im Alltag, warum ist es so wichtig und wie geht man selbst damit um?
Dürfen die Eltern alles wissen, gibt es Handyverbote oder Kontrollen? Wo gibt es
Probleme (z.B. Abofallen, Datenschutz, Download von Apps, Cyber‐Mobbing)?
Die Kinder setzen sich spielerisch mit diesen Fragen auseinander und reflektieren
dabei den eigenen Umgang mit der Technik.

Ablaufplanung Tag 1
0. Willkommensrunde und Einführung: eigene Mediennutzung, Handys früher
und heute
12.30 – 13.00 Uhr

1. Was kann mein Handy / Smartphone?
• Am Bild eines überdimensionierten Smartphones sammeln und gestalten wir
zum Einstieg die
• grundlegenden Funktionen (Material: Flipchart und Fettkreiden)
• Wo liegen die Risiken heutiger Smartphones?
• Internetzugang und problematische Datentransfers bzw. mangelhafte
Kontrollmöglichkeiten
• Umgang mit Medien (besonders Foto / Videos) und deren Verbreitung (online)
> Problemfelder: Happy Slapping und Cyber‐Mobbbing
• Was macht Ihr bei Diebstahl oder Verlust?
13.00 – 14.00

Pause: 14.00 – 14.15

2. Wisst Ihr was so ein Handy kostet? Vertrag? Laufzeit? Was wisst Ihr
darüber?
• Diskussion ‐ Kosten und Kostenfallen > siehe Klicksafe Material und reale
Beispiele (Mahnungen und Werbung)
14.15 – 14.45 Uhr

3. Welche Apps kennt Ihr, was macht Ihr damit. Was für Probleme hattet Ihr
schon mit euren
Handys/ Smartphones bezüglich Apps/ Spiele etc.?
• Ladet Ihr Programme/ Apps etc. (legal/ illegal) herunter? > Datenvolumen.
Folgen von illegalem
• Download (Videoclip Klicksafe + Visualisierung z.B. mit Bauklötzen:
Datenmengen und Transfer)
• Stichwort Datenschutz: Verwendung von personenbezogenen Daten durch
Apps
• Wer weiß wo du mit deinem Handy unterwegs bist? > Standortdienste /
Kartennavigation und GPS (Einstieg z.B. mit geoguessr.com)
14.45 – 16.00 Uhr

Tag 2
0. Willkommensrunde und Einführung: Onlinespiele früher und heute
12.30 – 13.00 Uhr

1. Regeln und Fallen bei Onlinespielen
– Jugendschutz
– Abzocke
– Werbung
– Abofallen
– Suchtverhalten
13.00 – 14.00 Uhr

2. Cybermobbing
14.15 – 16.00 Uhr
1. Einstieg ins Thema Cyber-Mobbing mit dem Video: „Let’s Fight it Together“
(http://old.digizen.org/cyberbullying/fullfilm_de.aspx)
– Bearbeitung des Films in Kleingruppen (Grundlage: Arbeitsanregungen
aus dem Klicksafe-Heft zum Thema) und Diskussion zum Rollenverhalten
der Personen im Film
2. Gemeinsame Begriffsklärung, ausgehend vom „normalen“ Mobbing hin zum
Mobbing mit digitalen Medien Cyber-Mobbing / Cyber-Bullying – Diskussion der
Problematik anhand folgender Punkte:
– Eingriff in das Privatleben rund um die Uhr
– Das Publikum ist unüberschaubar groß. Inhalte verbreiten sich extrem schnell
– „Cyber-Bullies“ können anonym agieren
– Identität von „Cyber-Bully“ und Opfer sind nicht immer eindeutig, einige
– Fälle des Cyber-Mobbings sind unbeabsichtigt
3. Motive für Cyber-Mobbing / Mobbing – Auseinandersetzung in der Gruppe
– Entlastung, Anerkennung, Stärkung des Gemeinschaftsgefühls,
Demonstration von Macht, Angst etc.
4. Lösungsansätze für die Beteiligten
– Wie hätten wir gehandelt? Wie kann man dem entgegnen?
– Handlungsmöglichkeiten für die Opfer
– Konsequenzen für die Täter, was sagt das Gesetz?
5. Mobbingerfahrungen der Klasse
– Welches Verhalten in diesen Situationen habt ihr im realen Leben gezeigt?
Weicht das ab vom theoretischen Fall?
6. Überleitung zum Thema „Soziale Netzwerke“ (je nach verfügbarer Zeit und
Bedarf kann/sollte dieses Thema vertiefend betrachtet werden)
– facebook – der Ort, wo am häufigsten gemobbt wird
7. Abschlussrunde
– Zeit für Fragen, Webseitentipps – Wo bekomme ich Hilfe?

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